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Bieterfux.de Vergaberecht · Rechtsanwalt Werner Werts
Notfall für Bieter

Angebot ausgeschlossen: handeln, bevor der Zuschlag fällt

Ein Ausschluss ist keine Endstation. Viele Ausschlüsse halten einer rechtlichen Prüfung nicht stand – wegen unterlassener Nachforderung, überspannter Formanforderungen oder Fehlern der Vergabestelle selbst. Entscheidend ist Tempo: Die Rügefrist beträgt in der Regel zehn Kalendertage.

Was wir für Sie tun

Ausschluss binnen 24 Stunden geprüft

Wir prüfen das Ausschlussschreiben, die Vergabeunterlagen und Ihr Angebot: Trägt der genannte Grund? Hätte die Vergabestelle nachfordern müssen? War die Anforderung überhaupt wirksam gestellt?

Rüge, die die Vergabestelle ernst nimmt

Wir formulieren die Rüge so, dass sie Abhilfe wahrscheinlich macht – mit dem konkreten Vergaberechtsverstoß, nicht mit allgemeiner Unzufriedenheit. Oft lenkt die Vergabestelle bereits hier ein.

Nachprüfungsverfahren mit Zuschlagssperre

Oberhalb der EU-Schwellenwerte stoppt ein zugestellter Nachprüfungsantrag den Zuschlag (§ 169 Abs. 1 GWB). Wir führen das Verfahren vor der Vergabekammer und rechnen vorher offen mit Ihnen durch, ob es sich lohnt.

Wirtschaftliche Beratung statt Prinzipienreiterei

Nicht jeder Kampf lohnt sich. Wir sagen Ihnen ehrlich, wie Ihre Chancen stehen, was das Verfahren kostet und wann ein Schadensersatzanspruch der bessere Weg ist.

So läuft es ab

Unterlagen sichern und senden

Ausschlussschreiben, Bekanntmachung, Vergabeunterlagen und Ihr Angebot zusammenstellen und über das Formular hochladen. Notieren Sie, wann das Schreiben eingegangen ist – ab Kenntnis läuft die Frist.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Sie erfahren binnen 24 Stunden, ob der Ausschluss angreifbar ist, welche Frist bis wann läuft und was der nächste Schritt kostet.

Rüge und, wenn nötig, Nachprüfung

Wir rügen gegenüber der Vergabestelle. Hilft sie nicht ab, stellen wir binnen 15 Kalendertagen den Nachprüfungsantrag bei der zuständigen Vergabekammer.

Die häufigsten angreifbaren Ausschlussgründe

Nach unserer Erfahrung sind es immer wieder dieselben Konstellationen, in denen ein Ausschluss wackelt:

Fehlende Unterlagen ohne Nachforderung. Die Vergabestelle schließt aus, weil eine Erklärung, ein Nachweis oder ein Formblatt fehlt – hätte aber nachfordern können oder müssen. Gerade bei Bauvergaben nach VOB/A ist die unterlassene Nachforderung ein klassischer Fehler.

Überspannte Formanforderungen. Anforderungen, die in den Vergabeunterlagen nicht klar und eindeutig gestellt waren, dürfen nicht zum Ausschluss führen. Unklarheiten gehen zulasten der Vergabestelle, nicht des Bieters.

Angebliche Änderungen an den Vergabeunterlagen. Ob eine Eintragung wirklich eine unzulässige Änderung ist oder nur eine Klarstellung, ist Wertungsfrage – und wird von Vergabestellen oft vorschnell zulasten des Bieters entschieden.

Ausschluss wegen angeblich zu niedrigen Preises. Ein ungewöhnlich niedriges Angebot darf erst nach Aufklärung ausgeschlossen werden (§ 60 VgV). Wer keine Gelegenheit zur Erläuterung seiner Kalkulation bekommen hat, ist zu Unrecht ausgeschlossen.

Eine Übersicht aller Ausschlussgründe mit Verteidigungslinien finden Sie unter Ausschlussgründe.

Warum die Rüge kein Formbrief sein darf

Die Rüge ist Zulässigkeitsvoraussetzung für das Nachprüfungsverfahren: Wer nicht oder zu spät rügt, ist mit dem Einwand ausgeschlossen (§ 160 Abs. 3 GWB). Sie muss den konkreten Verstoß benennen und erkennen lassen, dass Abhilfe verlangt wird. Eine pauschale Beschwerde genügt nicht. Zugleich ist sie Ihre beste Chance auf eine schnelle Lösung: Eine präzise begründete Rüge zwingt die Vergabestelle, ihre Entscheidung intern zu rechtfertigen – und häufig wird dabei der Fehler erkannt und abgeholfen, ohne dass es ein Verfahren braucht.

Häufige Fragen

Wie schnell muss ich reagieren?

Oberhalb der EU-Schwellenwerte gilt: Erkannte Vergaberechtsverstöße müssen binnen zehn Kalendertagen gerügt werden (§ 160 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 GWB). Teilt die Vergabestelle mit, dass sie der Rüge nicht abhilft, bleiben 15 Kalendertage für den Nachprüfungsantrag (§ 160 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 GWB). Wochenenden und Feiertage zählen mit.

Durfte die Vergabestelle einfach ausschließen, ohne nachzufragen?

Häufig nicht. Fehlende unternehmensbezogene Unterlagen wie Erklärungen und Nachweise kann die Vergabestelle nachfordern (§ 56 Abs. 2 VgV); im Bauvergaberecht ist die Nachforderung fehlender Unterlagen sogar grundsätzlich vorgeschrieben (§ 16a VOB/A). Leistungsbezogene Unterlagen, die die Wertung betreffen, sind davon ausgenommen. Ob Ihr Fall in die eine oder andere Kategorie fällt, ist oft die entscheidende Frage – und ein häufiger Fehler der Vergabestellen.

Was kostet die Gegenwehr?

Die Ersteinschätzung ist kostenfrei. Die anwaltliche Rüge bieten wir zum Pauschalpreis an (siehe Leistungen und Preise). Im Nachprüfungsverfahren fällt bei der Vergabekammer eine Gebühr von mindestens 2.500 Euro an (§ 182 GWB); wer unterliegt, trägt die Kosten. Deshalb rechnen wir vorher mit Ihnen durch, ob sich das Verfahren wirtschaftlich lohnt.

Der Auftrag liegt unter dem EU-Schwellenwert. Bin ich schutzlos?

Nein, aber der Weg ist ein anderer: Unterhalb der Schwellenwerte gibt es kein Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer. In Betracht kommen die Beanstandung gegenüber der Vergabestelle und ihrer Aufsicht sowie einstweiliger Rechtsschutz und Schadensersatz vor den ordentlichen Gerichten. Mehr dazu auf der Seite Unterschwellenvergabe.

Lohnt sich das überhaupt, oder verbaue ich mir künftige Aufträge?

Die Sorge ist verbreitet, die Erfahrung spricht dagegen: Eine sachlich begründete Rüge ist im Vergabewesen Alltag und kein Affront. Vergabestellen wissen, dass Bieter ihre Rechte kennen. Und wer einen sechsstelligen Auftrag kampflos aufgibt, verliert mehr als der, der höflich, aber bestimmt auf einer rechtmäßigen Wertung besteht.

Kostenfreie Ersteinschätzung anfordern

Schildern Sie kurz Ihren Fall, gern mit der Mitteilung der Vergabestelle als Anhang. Sie erfahren unverbindlich, wie Ihre Chancen stehen, welche Fristen laufen und welche Schritte sich wirtschaftlich lohnen.

Rügefrist berechnen

Wir prüfen Ihren Fall kostenfrei und melden uns binnen 24 Stunden an Werktagen, bei laufenden Fristen am selben Tag.

Auf dem Smartphone können Sie Schreiben der Vergabestelle direkt abfotografieren.

Ihre Angaben werden verschlüsselt übertragen und ausschließlich zur Bearbeitung Ihrer Anfrage verwendet. Eine Anfrage über dieses Formular wahrt keine Rüge- oder Antragsfrist.